Seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ist die politische Unsicherheit in der Welt massiv gestiegen. Im April vergangenen Jahres zum Beispiel verkündete Donald Trump Zölle gegen so gut wie alle Länder der Welt. Als die Aktienmärkte daraufhin einbrachen, setzte er die Zölle für 90 Tage aus. Ein anderes Beispiel ist der Angriff am 28. Februar dieses Jahres von den USA zusammen mit Israel auf den Iran. Auch das führte in Folge zu heftigen Verwerfungen an den Märkten. Am 18. Juni wurde dann zwar ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, aber auch dieses wurde immer wieder gebrochen. Kein Wunder also, dass der Economic Policy Uncertainty Index im vergangenen Jahr einen Höchststand erreichte und sich auch derzeit noch auf einem sehr hohen Niveau bewegt.
Immense politische Unsicherheit
Neben den geopolitische Krisen wie dem immer wieder aufflammenden Konflikt im Nahen Osten und dem anhaltende Ukrainekrieg gibt es aber noch weitere Herausforderungen für Anleger. Dazu zählen die steigende Staatsverschuldung im Zusammenhang mit einer mangelnden Konsolidierung der Staatsfinanzen oder die rasant zunehmende Digitalisierung und die fortschreitende Nutzung der Künstlichen Intelligenz, was zu einer Transformation der Weltordnung mit tiefgreifenden und oft unerwarteten Veränderungen in der Wirtschaft und der Gesellschaft führt. Wer langfristig investiert, muss deshalb im Rahmen seiner strategischen Asset Allocation, also seiner langfristigen Vermögensaufteilung zwischen den verschiedene Anlageklassen, solche Risiken und Veränderungen berücksichtigen und Phasen erhöhter Kursschwankungen am Markt mit einkalkulieren.
Anleger brauchen also ein Portfolio, mit dem sie durch genau solche Phasen kommen. Oder anders formuliert: Anleger sollten die eigene Anlagestrategie kritisch hinterfragen und prüfen, ob das Portfolio eine ausreichende Antifragilität aufweist. Das bedeutet, Investments zu wählen und zu strukturieren, die nicht nur Schocks überstehen und robust sind, sondern sich durch Stress, Volatilität und Krisen sogar verbessern und davon profitieren. Eine robuste Struktur kann durch eine breite Diversifikation und eine asymmetrische Positionierung in Anlagen, die nicht miteinander korrelieren, erreicht werden.
Die strategische Asset Allocation im Fokus
Entscheidend ist dafür die strategische Vermögensallokation. Dabei geht es nicht nur darum, verschiedene Anlageklassen zu mischen, sondern auch deren Wechselwirkung untereinander zu berücksichtigen. Schließlich hängt die langfristige Vermögensentwicklung primär vom richtigen Anlageklassenmix ab und davon, dass man diesen flexibel anpassen kann, um von Unsicherheit zu profitieren. Es geht aber auch um eine ganzheitliche Betrachtung, die alle Anlagen, also auch illiquide Vermögenswerte oder Versicherungslösungen berücksichtigt.
Für viele Anleger gibt es dabei derzeit aber noch ein weiteres – eher emotionales – Problem: Denn die trotz der enormen Unsicherheit immer wieder erreichten hohen Indexstände rufen bei vielen Investoren erhöhte Alarmbereitschaft hervor. Immer wieder mache ich die Erfahrung, dass viele Anleger gerade bei Erreichen neuer Höchststände mit einer baldigen heftigen Korrektur rechnen, was oft eine emotionale Hürde für Investitionen darstellt. Dieses Misstrauen gegenüber Höchstständen ist jedoch gar nicht gerechtfertigt. Zwar fühlt es sich so an, als käme man zu spät zur Party. Ein Blick auf die Statistik der Vergangenheit zeigt aber, dass Anleger bei einem Einstieg zum Höchststand bessere Renditen erzielt hätten als beim Einstieg an einem beliebigen Tag.
Keine Angst vor neuen Höchstständen
Dass dem so ist, ist nachvollziehbar: Der Markt erreicht immer dann neue Rekordhochs, wenn das Umfeld positive ökonomische Rahmenbedingungen bietet. Man könnte zwar auf den Gedanken kommen, dass das aufgrund der immensen politischen Unsicherheit derzeit nicht der Fall ist. Die aktuell sehr guten Unternehmensergebnisse deuten aber auf das Gegenteil hin. Tatsächlich ist diese fundamentale Stärke die entscheidende Basis für eine anhaltend positive Kapitalmarktentwicklung. Das bedeutet aber nicht nur, dass Anleger keine Angst vor neuen Höchstständen am Markt haben sollten, sondern dass es auch am besten ist, investiert zu bleiben. Zwar schwanken die Jahresrenditen einzelner Indizes erheblich. Am US-Aktienmarkt zum Beispiel liegen sie zwischen minus 37 und plus 55 Prozent.
Doch sind die Anlageergebnisse bei längerem Anlagehorizont deutlich weniger volatil und besser planbar. Wer zum Beispiel 1999 kurz vor dem Platzen der Internetblase in den Dax einstieg, war 2007 wieder im Plus. Je länger also der Anlagehorizont, desto geringer die Verlustwahrscheinlichkeit. Deshalb ist es von größter Bedeutung, zumindest mit einem Teil des Vermögens immer am Aktienmarkt investiert zu bleiben. Das verdeutlicht noch ein anderes Beispiel: Wer die besten zehn, 20 oder 30 Tage am Kapitalmarkt zwischen dem Jahr 2000 und 2025 aus der Wertentwicklung herausrechnet, hat einen immens hohen Wertzuwachs verpasst und schnitt deutlich schlechter ab als der Index.
Investiert bleiben
Deshalb ist es wichtig, keine Angst vor Höchstständen zu haben. Nicht zu vergessen ist auch, dass eine langfristige Investition noch einen weiteren Vorteil bringt: den Zinseszinseffekt. Dieser ist ein sehr wichtiges Werkzeug für Anlegers, weil reinvestierte Erträge zu einem überproportionalen Wertzuwachs führen. Das alles umzusetzen ist nicht ganz einfach. Deshalb kann professionelle Unterstützung dabei hilfreich sein. Die vom Finanzplanerverband FPSB Deutschland ausgebildeten und zertifizierten CFP®-Professionals sind dank ihrer Ausbildung in der Lage, basierend auf einer ganzheitlichen und individuellen Betrachtung der Situation des jeweiligen Kunden eine antifragile Investmentstrategie für ein Portfolio zu entwickeln, mit der sich langfristig in jedem Umfeld das Vermögen schützen und vermehren lässt.




