Ob Altersvorsorge, finanzielle Absicherung oder Handeln an der Börse: Emotionen, fest verankerte Überzeugungen, Vorurteile und Verhaltensweisen bestimmen maßgeblich unsere Entscheidungen in wichtigen finanziellen Fragen. Untersuchungen zeigen, dass das Repertoire an möglichen Denkfehlern und Fehlverhalten groß ist. Insbesondere Privatanlegern fällt es in dieser komplexen Finanzwelt sehr schwer, den Überblick zu bewahren und sich nicht von ihren Gefühlen leiten zu lassen.
Beispiele für irrationales und emotionales Verhalten, wie selektive Wahrnehmung, Selbstüberschätzung, Herdentrieb, der Home Bias oder die Verlustaversion, die besagt, dass man Verluste nahezu doppelt so intensiv erlebt wie vergleichbare Gewinne, gibt es viele. Unterschiedliche psychologische Faktoren spielen dabei eine Rolle und der Einfluss der Psychologie in der Finanzplanung ist groß.
In den USA ist Psychologie eine wichtige Teildisziplin der Finanzplanung. Auch hierzulande fließen psychologische Aspekte und Komponenten zunehmend in den Beratungsprozess ein. Dieses Wissen ermöglicht Finanzplanern, ihre Kunden erfolgreich durch den Finanzplanungsprozess zu führen. Es geht um das Identifizieren und Reagieren auf Einstellungen, Verhaltensweisen und Situationen, die sich auf die Entscheidungsfindung, die Beziehung zwischen Kunde und Planer und das finanzielle Wohlergehen des Kunden auswirken.
Weiterentwicklung der Behavioral Finance
Die Psychologie der Finanzplanung ist somit eine Weiterentwicklung beziehungsweise Spezifizierung von Behavioral Finance. Während die klassische Behavioral Finance den Finanzplaner dabei unterstützt, die Wahrnehmung sowie die Voreingenommenheit seines Kunden zu verstehen und zu erkennen, wie sie sich auf dessen Finanzverhalten auswirkt, integriert die Psychologie der Finanzplanung weitere Wissensgebiete, wie die Grundsätze effektiver Kommunikation oder das Verhalten bei Krisenereignissen.
Um Kunden richtig verstehen und entsprechend beraten zu können, braucht es deutlich mehr als nur ein paar Fragen zu Zielen, Lebensumständen und Risikotragfähigkeit. Vielmehr beeinflusst beispielsweise auch die Art und Weise, wie wir mit Geld aufgewachsen sind, unsere zukünftigen Entscheidungen maßgeblich. Der Finanzplaner sollte über den sozioökonomischen Hintergrund eines Kunden ebenso Kenntnis haben wie über dessen Vorurteile und Verhalten in finanziellen Krisensituationen.
Defizite beim Thema Finanzwissen ausgleichen
Die Kenntnis psychologischer Aspekte ist aus Sicht des FPSB eine Grundvoraussetzung für hochwertige Beratung im Kundeninteresse. Ein Kunde, der mehr weiß, fragt besser und gezielter. Doch nicht alle Kunden bringen ein gleiches oder gar hohes Maß an Finanzbildung mit. In einem ganzheitlichen Beratungsprozess finden deshalb die kognitiven Fähigkeiten sowie die finanzielle Allgemeinbildung eines Kunden angemessene Berücksichtigung.
Meine Empfehlung lautet: Um möglichst rational in finanziellen Angelegenheiten zu agieren, ist die Zusammenarbeit mit einem zertifizierten Finanzplaner im Grunde für jeden Verbraucher ratsam. Sie kann den persönlichen Blick entscheidend schärfen und auch die Gefahr von unerwünschtem, von Angst und Emotionen getriebenem Handeln in Krisensituationen verringern.
Kurzfristiges Denken kann kostspielig werden
Privatpersonen machen insbesondere bei Anlageentscheidungen oft den Fehler, nur Meinungen für kurzfristige Zeiträume wie die nächsten sechs Monate einzuholen. Wichtiger ist jedoch, wo man in zehn Jahren und darüber hinaus mit seinem Vermögen steht. Ein professioneller Finanz- und Nachfolgeplaner erarbeitet einen strategischen Fahrplan zum Vermögensaufbau und dessen Umsetzung.
Untersuchungen zeigen regelmäßig, dass es denjenigen, die mit einem Finanzplaner zusammenarbeiten, deutlich besser geht. Diese Personen berichten von einer höheren Lebensqualität, haben mehr finanzielles Vertrauen und sind insgesamt zufriedener mit ihrer ökonomischen Situation. Spürbar mehr allgemeine Finanzbildung einerseits sowie eine qualitativ hochwertige, individuell passende Finanzberatung andererseits zählen zu den Hauptzielen des FPSB Deutschland.




